Girokonto

So funktioniert ein Girokonto

Ein Girokonto braucht man, um am bargeldlosen Zahlungsverkehr teilzunehmen. "Giro" (italienisch) bedeutet "Kreis", "gyros" auf griechisch bedeutet "rund". Auf das Girokonto kannst du dein Gehalt überweisen lassen, darüber selbst Überweisungen veranlassen, Daueraufträge einrichten, Lastschriften ausführen lassen, Ein- und Auszahlungen mit oder ohne Bargeld tätigen.  

Um ein Girokonto zu eröffnen, müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Volljährigkeit. Bei unter 18-Jährigen wird das Einverständnis der Eltern benötigt.
  • Gültige Ausweispapiere.
  • Konto für eigene Zwecke: Das heißt, es darf kein Konto für jemand anderes eröffnet und geführt werden.
  • Zustimmung zur Schufa-Klausel: Damit ist die Bank berechtigt, Daten zur Prüfung der Zahlungsfähigkeit bei der Schufa abzufragen bzw. selbst Daten an diese weiterzuleiten.  


Je nach Kreditinstitut gibt es weitere Vertragsbedingungen. Grundlage des Girokontos ist ein Girovertrag zwischen dem Kreditinstitut und dem Kunden. Hierfür wird ein Geschäftsbesorgungs-
vertrag geschlossen. In diesem kann zum Beispiel auch geregelt sein, unter welchen Voraussetzungen ein Dispokredit eingeräumt wird und wie hoch die Kontogebühren sind.

Kontogebühren

Ein Girokonto kostet in der Regel eine monatliche Gebühr, die die Bank am Ende eines Quartals nach Rechnungsabschluss direkt vom Konto abbucht.  

Manche Banken bieten unter bestimmten Bedingungen ein kostenloses Girokonto. Zum Beispiel für Auszubildende und Studenten oder bei einem festen monatlichen Mindestumsatz. Andere Kreditinstitute erheben eine pauschale Gebühr oder eine Grundgebühr und Einzelposten.

Probleme bei der Eröffnung des Girokontos ?

Manche Banken lehnen bei einer negativen Schufa-Auskunft den Antrag auf ein Girokonto ab. Nach wie vor gibt es keinen generellen Rechtsanspruch auf ein Konto. Um aber jedem die Möglichkeit zu geben, am bargeldlosen Zahlungsverkehr teilnehmen zu können, hat sich jede Bank freiwillig verpflichtet, das "Konto für Jedermann" anzubieten, solange gar kein Konto besteht. Dies ist ein Girokonto auf Guthabenbasis, auf dem Gutschriften entgegengenommen werden, Ein- und Auszahlungen getätigt werden können, so dass eine Teilnahme am Überweisungsverkehr gewährleistet ist. Überziehungen sind in der Regel nicht möglich.

Der Kontoauszug

Die Bank ist verpflichtet alle Buchungsvorgänge eines Girokontos aufzulisten. Dies erfolgt in Form von Kontoauszügen. Diese kannst du entweder am Kontoauszugsdrucker der Bank ausdrucken lassen oder stehen dir per Online-Banking zur Verfügung.

Kontoauszüge sind wichtige Unterlagen, die du regelmäßig kontrollieren solltest. Bei der Vielzahl von Buchungsvorgängen im bargeldlosen Zahlungsverkehr können auch Fehler passieren.

Zum Umgang mit Kontoauszügen empfiehlt sich:

  • Regelmäßig ausdrucken
  • Überblick über Kontostand verschaffen
  • Einzelne Buchungsvorgänge überprüfen
  • Kontoauszüge nach laufenden Nummern abheften
  • Kontoauszüge mindestens vier Jahre aufbewahren  

Bedeutung von Saldo, Soll und Haben

Die Begriffe Soll und Haben auf einem Girokonto sind einfach zu erklären: Im Haben wird der Zugang und im Soll der Abgang von Geld verbucht. Der Begriff Saldo stammt aus dem Italienischem und bedeutet soviel wie festmachen. In der Buchführung ist der Saldo die Differenz zwischen der Soll- und Habenseite eines Kontos.  

Einzahlungen sind Gutschriften und werden mit einem „H“ oder „+“  gekennzeichnet. Auszahlungen sind Belastungen und werden mit einem „S“ oder „-“ gekennzeichnet. Manche Kreditinstitute führen links die Belastungen und rechts die Gutschriften auf. Oder verwenden hierfür verschiedene Farben.  

Beispiel:

Einzahlungen führen zu einem positiven Saldo, Auszahlungen zu einem negativen Saldo. Wenn das Konto am Monatsende im Saldo einen Haben-Betrag – wie unser Beispiel - aufweist, steht das Konto im Plus. Dieses Geld gehört dir.  

Wenn das Konto aber am Monatsende einen Soll-Betrag aufweist, wurde das Konto überzogen. Du schuldest der Bank diesen Betrag. Zudem werden Dispo-Zinsen berechnet.  

Führe dein Konto am besten immer im Guthaben, dann fallen keine Zinsen an.  Oder lass dir sogar ein Girokonto auf Guthabenbasis einrichten. Dauerhafte Nutzung des Dispokredits ist teuer. Außerdem ist es mühsam und langwierig, ein überzogenes Konto wieder auszugleichen.

Die wichtigsten Kontobewegungen

Das Girokonto ist vor allem für den bargeldlosen Zahlungsverkehr von Bedeutung. Zu den wichtigsten Kontobewegungen gehören:  

Die Lastschrift
Bei Abbuchungen im Lastschriftverfahren erlaubst du dem Zahlungsempfänger, von deinem Konto abbuchen zu dürfen. Das kann einmalig beim Einkauf mit der Girokarte oder bei Online-Bestellungen im Internet erfolgen. Oder du erteilst bei einem Vertragsabschluss deinem Vertragspartner, zum Beispiel einer Telefongesellschaft, die Erlaubnis regelmäßig wechselnde Beträge abbuchen zu dürfen.  

Bei Lastschriftverfahren ist es wichtig, dass dein Konto gedeckt ist. Entweder steht es im Plus oder du verfügst über einen Dispo-Rahmen, damit die Abbuchung durchgeführt werden kann. Eine nicht eingelöste Lastschrift wird als Lastschriftrückgabe bezeichnet und verursacht Bankgebühren und möglicherweise Ärger mit dem Vertragspartner.  

Grüner Haken: Tipp

Unberechtigte Abbuchungen durch Lastschrift kannst du über deine Bank per Rücklastschrift zurückholen. Hierfür gilt in der Regel eine Frist von acht Wochen. Auch aus diesem Grund sollten Kontoauszüge regelmäßig kontrolliert werden, um gegebenenfalls gleich handeln zu können.

Die Überweisung

Bei der Überweisung bestimmst du als Kontoinhaber über den Betrag und den Zeitpunkt der Zahlung. Die Überweisung wird vor allem für einmalige Zahlungsvorgänge benutzt. Wichtig ist, dass eine erfolgte Überweisung endgültig ist. Der überwiesene Betrag kann – im Gegensatz zur Lastschrift - nicht über die Bank zurückgeholt werden.  


Der Dauerauftrag

Bei einem Dauerauftrag beauftragst du die Bank, immer wieder zum gleichen Zeitpunkt, den gleichen Betrag vom Konto abzubuchen und an einen bestimmten Empfänger zu überweisen. Dies empfiehlt sich zum Beispiel für die Miete, Abschlagszahlungen für Strom, Sparpläne oder auch Ratenzahlungen.  

Änderungen oder Stornierungen von Daueraufträgen sollten mindestens eine Woche vor dem nächsten Zahlungstermin vorgenommen werden. Überwiesene Beträge können über die Bank nicht zurückgeholt werden.

Girokonto auf Guthabenbasis

Ein Girokonto auf Guthabenbasis ist ein Konto ohne Überziehungskredit. Das heißt, es muss ausschließlich im Guthaben geführt werden. Zahlungen können nur abgewickelt werden, wenn das Konto gedeckt ist. Dadurch soll verhindert werden, dass der Kontoinhaber das Konto überzieht und in Zahlungsschwierigkeiten kommt. Diese Form der Kontoführung dient als Schutzmaßnahme, damit keine Schulden entstehen können.  

Das Girokonto auf Guthabenbasis eignet sich vor allem für Bankkunden, denen aufgrund eines negativen Schufa-Eintrags die Eröffnung eines Girokontos verwehrt wurde. Aufgrund der freiwilligen Selbstverpflichtung der Kreditinstitute soll jedem, deshalb auch Konto für Jedermann, ein Girokonto auf Guthabenbasis ermöglicht werden.  

Wer mit einer Kontopfändung rechnen muss, zum Beispiel nach Abgabe der Vermögensauskunft, sollte sein Konto ebenfalls im Guthaben führen, denn es darf auch in den Dispo gepfändet werden.

Girokonto mit Dispositionskredit

Bei einem Girokonto mit Dispositionskredit, kurz Dispo genannt, räumt die Bank dem Kunden einen bestimmten zur Verfügung stehenden Kreditrahmen ein, der jederzeit genutzt werden kann.  

Die wichtigsten Voraussetzungen für einen Dispo-Kredit sind in der Regel:

  • Volljährigkeit
  • Positive Schufa-Auskunft
  • Regelmäßiges Einkommen
  • Keine Pfändungen  


Die Höhe des eingeräumten Dispo-Rahmens kann bis zum dreifachen Monatsgehalt reichen, sollte aber nicht ausgereizt werden.  

Der Vorteil eines Dispo-Kredites besteht in der großen Flexibilität und schnellen Abrufbarkeit, so dass finanzielle Engpässe kurzfristig überbrückt werden können. Dies kostet allerdings: Die Bank lässt sich die ständige Bereitstellung mittels hoher Dispo-Zinsen vergüten. Deshalb gehört der Dispo-Kredit zu den teuersten Kreditformen. Wer häufig das Konto überzieht, verursacht ständig unnötige Zusatzkosten durch hohe Zinsen.  Bei dauerhaft überzogenem Konto ist die Umschuldung in einen Ratenkredit manchmal die günstigere Variante.  

Ein Dispo-Kredit kann bei Zahlungsschwierigkeiten von der Bank einseitig gekündigt werden. Eingehende Geldbeträge werden dann erstmal vom Kreditinstitut mit dem Betrag aus den Dispo-Schulden verrechnet.
Damit ist der Dispo-Kredit auch eine gefährliche Kreditform.

Pfändungsschutzkonto – P-Konto

Seit 1. Juli 2010 gibt es das Girokonto in ein Pfändungsschutzkonto (P-Konto) umwandeln lassen. Veranlasst dann eine Behörde oder ein Gericht eine Pfändung des Kontos, ist auf dem P-Konto jeden Monat automatisch ein Sockelbetrag von 1.073,88 Euro geschützt. Damit soll gewährleistet werden, dass ein Schuldner auch weiterhin dringend notwendige Zahlungen wie etwa die Miete und Strom leisten kann. Der Sockelbetrag kann je nach Umfang von Unterhaltspflichten und Bezug von Sozialleistungen erhöht werden. Dazu verlangen die Sparkassen und Banken in der Regel eine entsprechende Bescheinigung einer geeigneten Person (z.B. Rechtsanwälte) oder einer geeigneten Stelle (z.B. Schuldnerberatungsstellen).
Seit 1. Januar 2012 gibt es Pfändungsschutz nur noch bei einem P-Konto genannt. Woher das Guthaben auf dem P-Konto stammt, spielt keine Rolle mehr. Es ist daher gleichgültig, ob das Guthaben auf dem P-Konto auf Einkünfte aus einer selbständigen Tätigkeit, einer Angestelltentätigkeit oder auf Sozialleistungen zurückzuführen ist.
Weiterer Pfändungsschutz für das bereits beim Arbeitgeber gepfändete Arbeitseinkommen kann der Kontoinhaber nur dadurch erreichen, dass er beim Vollstreckungsgericht (der der vollstreckenden Behörde) die Aufhebung der Pfändung des Guthabens bis zur Höhe des gesetzlich lt. § 850c ZPO pfändungsfreien Betrages beantragt.">Pfändungsschutzkonto, auch P-Konto genannt. Im Falle einer Kontopfändung kann bei der Bank die Umwandlung vom Girokonto in ein P-Konto beantragt werden, damit Geld ausgezahlt wird. Für die Antragsstellung hat man nach der Pfändung vier Wochen Zeit. Die Umwandlung durch die Bank muss innerhalb von vier Arbeitstagen erfolgen.

Voraussetzung ist, dass man alleiniger Kontoinhaber ist. Außerdem darf jede Person nur ein P-Konto führen. Das wird in der Schufa vermerkt. Das Konto sollte im Guthaben geführt werden, weil ein Pfändungsschutz nur bei ausgeglichenem Konto greift.

Durch die Umwandlung wird ein bestimmter Freibetrag als pfändungssicher geschützt.
Für eine alleinstehende Person ohne Unterhaltsverpflichtung beträgt der Grundfreibetrag aktuell: 1.073,88 € (Stand: 01.07.2015).

Personen mit Unterhaltspflichten, zum Beispiel Verheiratete oder Personen mit Kindern, erhalten einen höheren Freibetrag. Hierzu muss der Bank eine Bescheinigung über die vorhandenen Unterhaltspflichten und Kindergeldzahlungen vorgelegt werden. Dies gilt auch für Personen, die für eine Bedarfsgemeinschaft Sozialleistungen erhalten. Der Freibetrag für die erste Unterhaltspflicht erhöht sich von 1.073,88 € um 404,16 € auf 1.4378,04 €. Für jedes weitere Kind um 225,17 €. Zudem wird das Kindergeld freigestellt.  

Die Bescheinigung erstellen dürfen:


Schuldner mit höherem Einkommen als der Freibetrag des Pfändungsschutzkontos müssen beim zuständigen Vollsteckungsgericht oder der Vollstreckungsstelle der Behörde beantragen, dass eine Pfändung gemäß der Pfändungstabelle zu § 850c ZPO durchgeführt wird.
Der so vom Gericht erstellte Beschluss ist der Bank vorzulegen.

Auf einem P-Konto mit Pfändung kannst du kein Geld ansparen, sonst wird es gepfändet. Am besten hebst du am Monatsende das Restgeld immer ab.
Du solltest auch kein Geld abheben, dass du selber dann wieder einzahlst. Das gilt als neu erhaltenes Einkommen und unterliegt der Pfändung.

Regelmäßig kontrollieren!

Kontoauszüge sind wichtige Unterlagen, die du regelmäßig kontrollieren solltest. Bei der Vielzahl von Buchungsvorgängen im bargeldlosen Zahlungsverkehr können auch Fehler passieren. 

Verfügbarer Betrag

Auf manchen Kontoauszügen findest du die Bezeichnung „verfügbarer Betrag“.  Hier wird ein Betrag genannt, der sowohl dein Guthaben auf dem Girokonto als auch den von der Bank eventuell eingeräumten Dispokredit enthält. Es handelt sich also nicht nur um dein Geld, sondern führt bei Inanspruchnahme des Dispos zu Schulden. Zudem werden Zinsen berechnet.  

Einzugsermächtigungen

Einzugsermächtigungen für Lastschriften können nur schriftlich beim Vertragspartner widerrufen werden und nicht bei der Bank.  

Bankdaten prüfen!

Überprüfe genau die Bankdaten des Zahlungsempfängers, damit dein Geld auch dort ankommt.  

Genaue Kontoführung

Das Konto auf Guthabenbasis muss sehr genau geführt werden, damit es nicht zu versehentlichen Überziehungen kommt.

Dispo & Pfändung

Für Kontopfändungen wird auch der zur Verfügung stehende Dispo-Rahmen genutzt. Außerdem greift ein Pfändungsschutz nur bei ausgeglichenem Konto.

Beratung bei Pfändung

Lass dich im Falle einer Kontopfändung am besten von einer Schuldnerberatungsstelle beraten.